Fotoprojekt Verdeckte Ansichten

Das Vermeiden eines direkten Blicks auf die Objekte mit Mitteln der dokumentarischen Fotografie

oder „Verdeckte Ansichten“

Innerhalb meiner foto-dokumentarischen Arbeit im Raum Lünen stieß ich immer wieder auf Objekte, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen meiner fotografischen Annäherung entzogen. Solche Gründe waren z.B. Bäume, Mauern, Böschungen oder ähnlich unzugängliche Bereiche, die mich keinen geeigneten Aufnahmestandort finden ließen. Ich musste auf eine umfassende Aussage über das Objekt hinsichtlich seiner Form, seiner Ausmaße, seiner Größenverhältnissen und seiner Zuordnung zum Umfeld verzichten. Trotzdem machte ich Aufnahmen von den „völlig ungeeigneten Standorten“ aus. Es entstanden die „verdeckten Ansichten“.

Bei diesen Aufnahmen wurde natürlich die Aufmerksamkeit auch auf die Dinge gelenkt, die meinem Auge zunächst für die Betrachtung eines anderen Objekts im Wege standen. Die vermeintlichen Hindernisse erfuhren durch das Fotografieren eine Bedeutung, die sie im alltäglichen Dasein nicht erhalten. Diese Erfahrung ließ mich dann gezielt solche Aufnahmestandorte suchen, die eine direkte Ansicht auf das einzelne Objekt oder einen Objektkomplex verhindern sollten.

Ich gebe bewusst einen Teil der foto-dokumentarischen Möglichkeit auf, bediene mich aber weiter deren Mittel. Die „Verdeckten Ansichten“ sind ein Teil der Beschreibung meiner Umwelt und fallen nicht aus dem Rahmen der mir gestellten Aufgabe: Lünen und Umgebung foto-dokumentarisch zu beschreiben.