Fotoprojekt Landesgartenschau 1996 Lünen (1992 – 1997)

„Wiedergewinnung zerstörter Landschaft“

Foto - Dokumentation zur Umgestaltung des stark zerklüfteten Landschaftsraums Horstmar in den Grenzen Datteln - Hamm - Kanal, Seseke Bach, Asternweg, Gelände der ehemaligen Ziegelei, Ludwig - Uhland - Realschule Lünen und der Halde der ehemaligen Schachtanlage Preußen. Der jahrzehntelange massive Eingriff des Bergbaus hat eine stark deformierte Landschaft zurückgelassen. Alle „Wunden“ des Bergbaus und deren Reparaturen sind hier sichtbar. Bergsenkungen bis 12m unter Niveau verlangten über Jahre eine immer höhere Eindeichung des Seseke Bachs, damit dieser seine ursprüngliche Fließrichtung beibehält. Spundwände halten den Datteln – Hamm - Kanal in seinem Bett und regulieren so sein Niveau. Brücken, die hoch aus dem Gelände ragen, weil sie über die Deiche führen mussten. Die abgesunkene Landschaft muss durch Pumpwerke künstlich entwässert werden, da sich sonst dort Wasser zu einem See sammeln würde. Kohlen- und Bergehalden bleiben auch dann noch in der Landschaft, wenn die Übertageanlagen der Bergwerke längst zurückgebaut wurden. Mit der Landesgartenschau sollte dieses Gebiet „rekultiviert“ und langfristig in den Erholungsraum Seepark Lünen umgewandelt werden.

Projektdurchführung:

Um eine komplette fotodokumentarische Ansicht bzw. einen Überblick über das ausgewiesene, zerklüftete Gelände zu bekommen, wurden von exponierten, meist erhöhten Stellen aus Reihenaufnahmen in der Art eines Panoramaschwenks von links nach rechts mit einer Laufbodenkamera im Negativformat 6 x 9 cm angefertigt. Innerhalb der so entstandenen Panoramaansichten sollten nach Möglichkeit die benachbarten Aufnahmestandorte mit abgebildet werden. Die meisten Aufnahme- standorte lagen auf der Grenze des Geländes zur Gartenschau und waren so gewählt, dass sie nach dem Rückbau zum Seepark auch wiederzufinden waren.

Von 26 Aufnahmestandorten wurde auf diese Weise in den Jahren 1992 und 1993 die Landschaft fotografisch beschrieben. Während der Bauzeit wurden alle Phasen der Umgestaltung fotografisch mit der Kleinbildkamera begleitet.

Nach erfolgtem Rückbau der Landesgartenschau in den Seepark wurde 1997 von den zuvor festgelegten Aufnahmestandorten eine zweite fotodokumentarische Ansicht erarbeitet, um die Eingriffe in die Landschaft und die damit einhergehende Aufwertung des Geländes zu verdeutlichen im direkten Vergleich der Aufnahmen.

Die hier vorgestellten Aufnahmen sind nur ein ganz kleiner Einblick in die groß angelegte Fotodokumentation.